Petershäger Schüler arbeiteten mit Senioren zusammen

vom 01.07.2011

 

22 Schülerinnen und ein Schüler des Gymnasiums Petershagen arbeiteten regelmäßig an der Gestaltung des Untergeschosses von Haus Emmaus in Minden. Beim Bergfest erhielten sie viel Lob von den Gästen

Minden/Petershagen. Das erleben Schüler nicht häufig in ihrem täglichen Schuldasein: Kontakt mit Senioren und bleibende Erinnerungen an ihre künstlerischen Arbeiten. Aber sie waren nicht allein für alles verantwortlich.

Die Diakonie Stiftung Salem plante zusammen mit dem Städtischen Gymnasium Petershagen ein gemeinsames Projekt. In dem
Projekt beabsichtigte das Altenpflegeheim Haus Emmaus, generationsübergreifende Kommunikation zu ermöglichen, so dass
vorhandenes Know-How von Senioren aus dem Altenheim in Minden und Lernwissen von Schülern des Gymnasiums
Petershagen miteinander verbunden wurden. Ein Differenzierungskurs „Kunst” der achten Klassen gestaltete gemeinsam mit
Senioren einen Raum des Hauses Emmaus neu.

Dabei ging es um Raumdesign, Farbe, ein seniorenfreundliches Leit- und Orientierungssystem, um Dimensionalität und Beleuchtung. Das Projekt schaffte Begegnungsmöglichkeiten für hochaltrige Menschen und Jugendliche im gemeinsamen Arbeiten und bot zugleich den Jugendlichen eine Möglichkeit, in der Schule erworbenes Wissen nachhaltig (durch Gestaltung eines Raums) umzusetzen. Die alten Menschen bekamen Kontakt zu jungen Menschen und schafften in der Begegnung mit ihnen ein nachhaltiges Ergebnis – nämlich einen Raum, den sie in ihrem Alltag für gemeinsame Aktivitäten nutzen können.

Innovativ war die gemeinsame künstlerische, kreative, raumgestalterische und handwerkliche Arbeit von Jugendlichen und
Altenheimbewohnern. Die Gymnasiasten erhielten Gelegenheit, in der Schule erworbenes Wissen praktisch umzusetzen. Dieses Konzept wurde von E.ON Westfalen Weser und dem Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement in Berlin ausgewählt und als „Leuchtturmprojekt” besonders gefördert. So standen den Aktiven 5.000 Euro für ihre Gestaltung zur Verfügung.

Nachdem auch ganz praktische Dinge geklärt werden konnten, (Wie kommen 23 Schüler in einer Doppelstunde in der Woche nach Minden und wieder zurück? Durch sehr zuverlässige ehrenamtliche Fahrer wurde dieses Problem gelöst.) begann die Planungsphase.

Verschiedene Bereiche im Untergeschoss wurden von vier Arbeitsgruppen neu gestaltet. Die Schüler mussten sich auf die besondere Situation des Hauses und seine Bewohner einstellen. Sie wurden von Schwester Lieseltraud und ihren Mitarbeitern
sowie dem Illustrator Janzen betreut. Interessierte Bewohner wurden ebenfalls den Gruppen zugeordnet.

Die erste Schülergruppe befasste sich mit dem Gesamtflur: Eine neue Farbgebung in Grün und Blau verleiht eine frische Atmosphäre. Eine Bildergalerie im Flur thematisiert das Motto von Haus Emmaus „Ein Stück Weg gemeinsam gehen”. Eine Wegweisung mit Piktogrammen und Beschriftung wurde entwickelt. Bei den bildlichen Gestaltungen musste den möglichen Wirkungen auf Bewohner mit bestimmten Krankheitsbildern (Wahrnehmungsstörungen, Demenz) Rechnung getragen werden.

Der Friseurraum war der dritte Arbeitsbereich: Der Raum hat einen neuen Anstrich erhalten, wobei die Schüler auch hier die
Farbwahl getroffen hatten. Mit einer roten Fläche wurde ein besonderer farbiger Akzent gesetzt. Eine Fotoserie zum Thema „Haare” als Wandgestaltung rundete die Gestaltung ab.

Unter Leitung des Mindener Illustrators Janzen entstand im Baumhaus, einem Aufenthaltsraum, eine illusionistische Wandmalerei (über alle vier Wände), die den Innenraum öffnen und mit der Natur im parkähnlichen Außenraum optisch verbindet.

Eine weitere Gruppe von vier Schülerinnen gestaltete in einer Flurecke ein mehrere Quadratmeter großes Wandbild. Dabei waren sich die Generationen nicht immer einig über die Motive. Letztlich wurde es eine Bergwiese mit Kirche, Ziege und …

Noch sind die Projekte nicht fertig. Die Leiterin von Haus Emmaus, Lieseltraud Lange-Riechmann, hatte zu einem Bergfest eingeladen, an dem alle Beteiligten und viele Gäste bei strahlendem Sonnenschein und guter Laune teilnahmen. Nach einem Besichtigungsrundgang, bei dem die Schüler Rede und Antwort standen, wurde durchweg eine positive Zwischenbilanz gezogen.

Die Schülervertreterin, Carla Klöpper, bedankte sich für diese Chance bei der Hausleitung und machte deutlich, dass alle Schüler viel von dieser Arbeit mit nach Hause nehmen könnten. Schulleiter Friedrich Schepsmeier bedankte sich ebenfalls bei Lieseltraud Lange-Riechmann, die dieses Projekt erst möglich gemacht hätte. Er gab aber auch zu, dass es viel Mut bedürfe, so einem Projekt als Schule zuzustimmen, denn hierbei gelte es ja, alte und vertraute Wege zu verlassen und Verantwortung zu übernehmen.
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