Herausforderung: Abi nach 12 Jahren

Logo-MTvom 25.03.2006

 

Schulen in NRW führen neue Regelung ein / Veränderungen auch am Gymnasium Petershagen

Von Jesska Droge, Roxanne Weykopf, Sarah Branahl Gymnasium Petershagen, 9d

Petershagen (zt/mob). Welche Veränderungen finden statt, wenn das Abitur schon nach dem 12. Jahrgang abgelegt wird? Mit den neuen Richtlinien zu diesem Thema müssen sich nun auch die Schulen in NRW auseinandersetzen.

Karin Fischer-Hildebrand, stellvertretende Schulleiterin,
und Wolfgang Battermann informierten den Zeitungstreff.

Seit längerer Zeit gibt es diese Regelung schon in vielen anderen EU-Mitgliedsländern. Nach Beschluss der Kultus-Minister-Konferenz (KMK) soll sie nun auch in den Gymnasien in NRW eingeführt werden. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass Firmen bevorzugt jüngere Bewerber einstellen, das heißt, die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Jobsuchenden aus anderen EU-Ländern wird erhöht.

Das erste Abitur nach 12 Jahren wird 2012 in NRW stattfinden. Dies hat zur Folge, dass die jetzigen 5. und 6. Jahrgänge gemeinsam ihre Schullaufbahn beenden werden.

Bei der Schuljahresverkürzung wird die 11. Klasse am Gymnasium „abgeschafft”.

„Die 11. Klasse hat sowieso nicht viel gebracht!”, erklärt Tobias Flieder (18), Oberstufenschüler des Gymnasiums Petershagen. Simon, Schüler der 13. Klasse dieser Schule, äußert sich jedoch anders: „Ohne die 11. Klasse wäre es ziemlich schwierig, sich in das Kurssystem einzugliedern, zumal man keine Möglichkeit hätte, sich an die Klausuren zu gewöhnen.” Mitschüler Mirko betont noch: „Mathematik ist in der 11. Klasse ziemlich wichtig. In diesem Jahrgang wird hauptsächlich das Basiswissen für Mathematik in der Oberstufe behandelt. Jedoch ist dies das einzige Fach, was in der 11. Klasse bedeutend ist.”

Festigung des Grundwissens

Der Jahrgang 11 dient momentan dazu, die Schüler in das Kurssystem der Oberstufe einzuführen. Zudem ist er zur Festigung des Grundwissens und seiner Erweiterung gedacht.

Durch den Wegfall dieses Jahrgangs muss der Lernstoff dieser Stufe auf die Klassen 5 bis 10 verteilt werden. So wird die zweite Fremdsprache (Latein/Französisch) schon im 6. Schuljahr unterrichtet werden. Ebenso werden die Differenzierungskurse ein Jahr vorverlegt. Insgesamt wird das Sekundarstufenmodell geändert. Früher umfasste die Sekundarstufe l zehn Jahre und die Sekundarstufe II drei Jahre. Die jetzigen fünften Klassen und ihre Nachfolger müssen jedoch mit nur neun Jahren Sek. I und weiterhin drei Jahre Sek. II auskommen. Das Praktikum wird schon während der Sek. I durchgeführt werden.

„Die Unterrichtsstunden werden zunehmen und in den Nachmittag hineinreichen”, so Karin Fischer-Hildebrand (50), stellvertretende Schulleiterin

des Gymnasiums Petershagen, „dies wird auch Auswirkungen auf AGs und ‘Projekte haben. Die zuständigen Lehrer werden sich teilweise andere Zeiten für ihre Arbeitsgemeinschaften und außerunterrichtlichen Aktivitäten in der Schule suchen müssen, jedoch soll möglichst keine davon ausfallen.”

Ein weiteres Projekt wird schließlich auch noch zu kurz kommen. „Die Möglichkeit eines Gastschulaufenthalts im Ausland, den zum Beispiel das Gymnasium Petershagen schon seit vielen Jahren anbietet, werden mit Sicherheit nicht mehr so viele Schüler wahrnehmen”, befürchtet Wolfgang Battermann (59), zuständiger Ansprechpartner für den Austausch und Lehrer des Stadt. Gymnasiums Petershagen, „für die Schüler ist ein solcher Gastschulbesuch eine günstige Gelegenheit, die Sprache und Kultur eines anderen Landes besser kennen zu lernen.”

Der einjährige Schüleraustausch wird weiterhin während der 11. Klasse stattfinden, jedoch wird diese Klasse bei der Rückkehr wiederholt werden müssen. Dies könnten die Schüler als großen Nachteil sehen und darum nicht am Austausch teilnehmen, obwohl ehemalige Gastschüler dazu raten, ein solches Unternehmen dennoch nicht zu verpassen, sondern während der Schulzeit wahrzunehmen.

Somit kommt auf die Schulen die Aufgabe zu, gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um auf die Veränderungen angemessen zu reagieren.

Kontakt

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