Von menschlichen Schwächen und Zeitgeist

Logo-MTvom 13.03.2007

 

Plattdeutsches Kabarett „Quesenköppe“ stellt neues Programm vor / Weitere Aufführungen in Niedersachsen

Es ging auch sportlich bei den Quesenköppen zu.

Von Ulrich Westermann

Petershagen (Wes). Eine gelungene Premiere feierten die Quesenköppe im Alten Amtsgericht mit ihrem plattdeutschen Kabarettprogramm „Dat recket mi“. In Sketchen und Soloauftritten zeigten Schülerinnen und Schüler des Petershäger Gymnasiums sowie Ehemalige einige Problemlösungen.

Die Texte hatte Lehrer Otto Kindermann geschrieben. Ein breites Spektrum von Fragen und Themen setzte sich mit Politik, Gesellschaft und der alltäglichen Umgebung auseinander. Augenzwinkernd, teilweise etwas bissig, prangerten die Quesenköppe menschliche Schwächen und Auswüchse des Zeitgeistes an.

Mit Ursula Bredemeier, Tanja Reinking, Martina Wehrße, Daniel Bredemeier, Sebastian Kindermann und Oliver Pohlmeier standen sechs Akteure auf der Bühne, die sich zum Teil bereits seit 1993 dem plattdeutschen Kabarett verschrieben haben. Des Weiteren wurde die Jahrgangsstufe sechs bis zehn des Gymnasiums durch Franziska Hormann, Judith Niemeier, Marleen Vollriede, Joana Windhorst, Oliver Heineking, Sven Dammeier, Sarah Brannahl, Roxanne Weykopf und Justus Heuer vertreten.

Immer wieder gaben die Quesenköppe Beispiele für das doppeldeutige Motto ihres zweistündigen Programms. Das Publikum war begeistert und belohnte die Darbietungen mit Szenenbeifall und lang anhaltendem Schlussapplaus.

Otto Kindermann meinte, dass nicht jeder Millionär werden und über eine Luxusvilla in Spanien verfügen könne. Man müsse sich auch ‘mal mit einem Tretboot auf dem Steinhuder Meer zufrieden geben.

Die zweite Bedeutung von „Dat recket mi“ bezog er auf Vorschriften, die allgegenwärtig seien. Er nannte die Nachrüstung einer Klärgrube: „Dabei musste ich einen Antrag für etwas stellen, was ich gar nicht bauen wollte“.

Aus verschiedenen Perspektiven setzten sich die Quesenköppe mit dem Generationenkonflikt auseinander. Dabei machten Kinder und Jugendliche deutlich, was sie von den Erziehungsmethoden ihrer Eltern halten („So sind Öllern nu maol“). Zudem analysierten Pädagogen und Psychologen die Lage und stellten „Rezepte“ vor („Düsse Kinner vondaoge“).

Ein Thema waren die Hartz-IV-Reform und die Auswirkungen des Sozialsystems: „Man darf ein Auto haben, aber nicht mehr damit fahren, sondern nur noch ‚Brumm, brumm‘ sagen“. Bei der Namenserklärung kamen die Quesenköppe nicht auf Peter Hartz, sondern auf das Mittelgebirge Harz, den Brocken und die Walpurgisnacht.

Ebenfalls auf dem Programm stand ein Musterbeispiel für gesunde Lebensweise oder Gesundheitswahn („Wer gesund starwet, is auch dote“). Dabei präsentierte ein Ehepaar praktische Übungen zum Thema „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“. Widerwillig beteiligte sich der Mann am ausgeklügelten Gesundheitsplan seiner Frau, der für Stress sorgte.

Mit schwarzem Humor setzten sich die Quesenköppe mit der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft, den wachsenden Kosten für Heim- und Pflegeplätze und den daraus resultierenden Problemen auseinander („Wohen mit Opa?“). Um die Tücken des täglichen Einkaufs ging es in dem Programmpunkt „Gleichung mit fief Unbekannten“. Dabei musste ein Ehemann erkennen, dass es gar nicht so einfach ist, ein halbes Pfund Mett zu holen.

Zum Abschluss hatte die Putzfrau der Quesenköppe ihren Auftritt. Sie kündigte ihren Wechsel in die Politik an.

Weitere Termine der Quesenköppe: Freitag, 16. März, Samstag, 17. März und Mittwoch 21. März jeweils ab 19.30 Uhr sowie Sonntag, 18. März, ab 15 Uhr in Schröders Dorfkrug im niedersächsichen Gräsebilde; Mittwoch, 28. März, 19.30 Uhr, im Gemeindesaal in Raddestorf; Freitag und Samstag, 30. und 31. März, jeweils ab 19.30 Uhr in Gehannfors Hof in Warmsen an. Eintrittskarten gibt es an der Tageskasse.

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