Schüler drohen Lehrer

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vom 30.08.2012

 

Ärger über Stundenplan / Eintrag auf Facebook hat Folgen

MIC

Daumen runter: Drei Schüler das Gymnasiums Petershagen machten auf Facebook ihrem Unmut über den langen Unterricht und einen Lehrer deutlich Luft. In der großen Öffentlichkeit des sozialen Netzwerks hatte dies Folgen. MT-Fotomontage: Jan-Henning Rogge

Von Uwe Vinke

Petershagen (mt). Wer unbedarft in der öffentlichen Welt des Internets unterwegs ist, muss mit Folgen rechnen. Diese Erfahrung machen derzeit drei Schüler des Gymnasiums Petershagen. Sie hatten sich auf Facebook mit deutlichen Worten gegen einen Lehrer ausgesprochen.

„Sie haben sich über den Stundenplan mit Nachmittagsunterricht geärgert und dann abwertend über den verantwortlichen Lehrer geäußert“, erklärte Schulleiter Friedrich Schepsmeier gestern auf MT-Anfrage. Im Facebook-Eintrag sei auch das Wort „töten“ benutzt worden.

Schepsmeier schließt eine „reale Bedrohung“ für den Lehrer aus. Die Schüler hätten „leichtfertig“ gehandelt, ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. „Trotzdem ist es nicht entschuldbar und es wird Konsequenzen haben“, erklärte der Schulleiter.

Der Eintrag im sozialen Netzwerk im Internet erfolgte am Mittwoch nach dem ersten Schultag. Die drei Gymnasiasten der 11. Jahrgangsstufe hatten erfahren, dass sie auch nachmittags zum Unterricht müssen. Am Donnerstag erfuhr dann der Schulleiter über Umwege vom Eintrag auf Facebook und las nach. Die Formulierung habe doch Angst gemacht, erinnerte sich Friedrich Schepsmeier.

Die Folgen begannen für die Schüler am Freitag, als der Schulleiter sie zur Rede stellte und für den Tag nach Hause schickte. Auch die Eltern wurden informiert und zum Gespräch gebeten.

Konferenz beschließt über Maßregelung

„Die Schüler sind nicht vom Unterricht suspendiert“, machte Schepsmeier deutlich und verwies auf das Verfahren, das nach Schulgesetz vorgegeben ist. Die Teilkonferenz werde sich mit dem Fall befassen und Ordnungsmaßnahmen beschließen, so der Schulleiter. Die Maßnahmen könnten vom verschärften Tadel bis zum Schulverweis reichen.

Die Teilkonferenz wird entsprechend dem Schulgesetz in jedem Schuljahr gebildet. Sie besteht aus dem Schulleiter, drei Lehrern und einem Eltern- sowie einem Schülervertreter. „Die Teilkonferenz wird sich in den nächsten Tagen mit dem Facebook-Eintrag befassen“, blickte Friedrich Schepsmeier voraus.

Um Gerüchten vorzubeugen, nahm der Schulleiter das Thema in die regelmäßige Jahrgangsstufenversammlung auf. „Ich hatte die Polizei über den Fall informiert und eine Polizistin des Kommissariats Vorbeugung informierte die Schüler über die Nutzung des Internets.“ Zuvor hatte Schepsmeier den Sachverhalt zum Facebook-Eintrag vorgestellt.

Schulleiter Schepsmeier erinnerte sich an seine eigene Schulzeit, in der auch er nicht mit jedem Lehrer zufrieden gewesen sei: „Wir haben mit Schulkollegen über den Lehrer geschimpft und das war es dann.“

Auf Facebook seien solche Äußerungen hingegen sofort weithin öffentlich. Darüber seien sich viele Nutzer wohl nicht bewusst, setzt der Pädagoge auf einen kritischeren Umgang mit dem Medium.

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