Kleine Schauspieler in großartiger Spiellaune

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vom 21.01.2013

 

Musical „Reineke, der Fuchs“: Theater-AG meistert Herausforderung mithilfe ihrer einfallsreichen Regisseure bravourös

Die Tiere hatten sich am Königshof versammelt, um Reineke Fuchs das Handwerk zu legen. Foto: Ulrich Westermann

Von Ulrich Westermann

Petershagen (Wes). Zum 25-jährigen Bühnenjubiläum stellt sich die Theater-Arbeitsgemeinschaft der Sekundarstufe I im Städtischen Gymnasium Petershagen einer besonderen Herausforderung. Im Pädagogischen Zentrum öffnete sich der Vorhang für das Musical „Reineke, der Fuchs“.

Das Premierenpublikum war begeistert und belohnte die Darbietungen der 26 Schauspieler aus der sechsten bis zur zehnten Jahrgangsstufe mit rhythmischem Beifall.

Vor und hinter den Kulissen waren an dem Musicalprojekt insgesamt 62 Personen beteiligt. Die Aufführung geht auf die niederdeutsche Fuchsgeschichte zurück, die Student Gerrit Helm (Oldenburg) in ein modernes Bühnenwerk umschrieb. Dem früheren Schüler des Petershäger Gymnasiums aus dem Abiturjahrgang 2009 gelang es, Rapmusik in der heutigen Jugendsprache mit Elementen der aktuellen Popularmusik zu verbinden. Inspiriert wurde er dabei von einer Idee der Professorin Dr. Rita Schlusemann (Oldenburg) und des niederländischen Rappers Charlie May.

In seiner Begrüßung berichtete stellvertretender Schulleiter Dr. Eberhard Hagemeier, dass Gerrit Helm es sich zur Aufgabe gemacht habe, die alte Fabel vom schlauen Fuchs in einem neuen Gewand zu präsentieren. Das ehrgeizige Projekt werde von den Schauspielern sowie von zahlreichen Helfern in die Tat umgesetzt. Für die finanzielle Unterstützung dankte Dr. Hagemeier der Sparkasse Minden-Lübbecke und dem Förderverein des Gymnasiums.

Die jungen Darsteller in dem außergewöhnlichen Musicalformat sprühten nur so vor Spiellaune. In ihren fantastischen Kostümen gelang es ihnen, ein Bühnenwerk aufzuführen, das bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Im Mittelpunkt steht Reineke Fuchs. Die anderen Tiere werfen dem gerissenen Schelm am Hof von König Nobel unzählige Missetaten vor: „Drum ziehen wir alle vor Gericht gegen Reineke Fuchs, den Bösewicht.“

Groß ist sein Sündenregister. Ein Hahn beklagt den Tod der Henne. Daraufhin wird Braun, der Bär, beauftragt, den Übeltäter an den Königshof zu holen. Er lässt sich von dem Fuchs aber ebenso überlisten wie Hinze, der Kater.

Schließlich überzeugt ihn Grimbart der Dachs: „Wer sich zum dritten Mal widersetzt, der wird gehetzt.“ Am Königshof scheint der Fuchs seine Taten zu bereuen. Letztlich wird er aber doch zum Tode verurteilt, weil er schon wieder eine Ente erlegt hat.

Trotzdem gelingt es Reineke, mit einer Lügengeschichte den Kopf in letzter Sekunde aus der Schlinge zu ziehen. Als er mit seinem Märchen auffliegt, muss er zu einem Zweikampf gegen Isegrim, den vor Kraft strotzenden Wolf, antreten.

Diesmal bittet Reineke vergeblich vor dem Königsthron um Gnade. Es kommt zum Duell. Vorher hat sich der listige Fuchs das Fell geschoren und seinen Körper mit Öl und Salbe eingerieben. Er ist glitschig wie ein Fisch, sodass ihn Isegrim nur einmal zu packen bekommt. Letztlich gewinnt Reineke den Zweikampf.

Nun wird der Schurke von den anderen Tieren als Held gefeiert. Für seinen Sieg gegen den Wolf erhält er ein Amt am Königshof.

In der Fabel triumphiert der Fuchs mit seiner List über alle anderen Tiere. Häufig fallen sie ihm durch ihre eigene Dummheit zum Opfer. Reineke deckt als Stellvertreter der menschlichen Gesellschaft hinter der Maskerade von Recht und Moral die Habgier des Königs auf.

Die Theater-AG begeisterte das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute. In den Hauptrollen glänzten Reineke, der Fuchs (Laurin Huxoll) und die Erzähler Ticeline, der Rabe (Insa Eichenauer), und Merkenau, der Rabe (Dominic Wehmer). „Alle waren ganz große Klasse“, freute sich eine Besucherin. Regie führten Marie-Louise Rasche-Hagemeier und Rainer Hoock. Den Chor dirigierte Gerrit Helm. Er war neben Fabio Krüger für die musikalische Leitung zuständig. Die Tontechnik hatte Cedric Helm übernommen.

Ebenfalls ihren Anteil an der gelungenen Premiere hatten Bühnenbau-AG und Angehörige der Kunstkurse des Gymnasiums. Die ideenreich gestalteten Kostüme waren von Anita Meyer und Sabine Helm angefertigt worden.

Im PZ des Gymnasiums finden vier weitere Aufführungen statt: Donnerstag, 24. Januar, und Samstag, 26. Januar, jeweils 19.30 Uhr, Sonntag, 27. Januar, 16 Uhr, und Montag, 28. Januar, 10 Uhr. Die Abschlussveranstaltung am kommenden Montag ist für Schülerinnen und Schüler außerhalb des Gymnasiums bestimmt.

Dirigent: Für Rollenbuch und Musik war Gerrit Helm verantwortlich.

Reineke Fuchs hat ein langes Sündenregister. Immer wieder gelingt es ihm, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen

 

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