Liebespaare am Rande des Abgrunds

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vom 27.02.2013

 

TheaterAG des Gymnasiums Petershagen probt „Cabaret“ / Hommage an das Berlin der Zwanziger Jahre

Intensiv sind die Proben für das neue Stück der Theater-AG II am Gymnasium Petershagen. Am 9. März ist Premiere für das Musical „Cabaret“. Foto: Nadine Conti

Von Nadine Conti

Petershagen (nec). „Das sieht ja aus wie irgend so ein Show-Ding“, kritisiert ein Darsteller, als die Tänzerinnen des „Kit-Kat-Klubs“ und ihr zwielichtiger Conférencier (Nico Hoffmeister) Aufstellung fürs Pressefoto nehmen. Die Theater-AG II des Gymnasiums Petershagen hat sich viel vorgenommen.

Sicher sind die Bilder und Hits, die sich mit dem Musical „Cabaret“ ins kollektive Gedächtnis gebohrt haben, nicht weniger frivol: Liza Minelli in schwarzen Strapsen mit Hut und Stuhl, „Life is a Cabaret“, „Money makes the world go round“ – wer das Original nicht kennt, kennt sicher eines der unzähligen filmischen oder musikalischen Zitate.

Dabei hat es die Geschichte durchaus in sich: Berlin, Ende der zwanziger Jahre, der junge amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw (Niklas Hormann) verliebt sich in das englische Showgirl Sally Bowles, der nicht mehr ganz so junge, jüdische Obsthändler (Marius Humcke) verliebt sich in die Pensionswirtin Fräulein Schneider (Lena Meier).

Zwischen Bohème und Spießertum

Das sind gleich zwei Liebesgeschichten, die aufgerieben werden zwischen der flirrenden, freizügigen, internationalen Bohème-Welt des Nachtlebens und der ängstlichen, spießbürgerlichen Moral der Tagwelt. Das alles vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, auf die die aufkeimende nationalsozialistische Bewegung deutliche Schatten wirft – ohne dass schon so recht klar wäre, auf welchen Abgrund man da zutaumelt.

Es gibt also gute Gründe, warum das Stück seit der Uraufführung 1966 am Broadway und erst recht nach der oscar-prämierten Verfilmung mit Liza Minelli im Jahre 1972 immer wieder auf den Spielplänen auftaucht. Für die Theater-AG II (9. bis 13. Jahrgang) des Gymnasiums Petershagen bedeutet das aber auch: Das ist ein ganz schöner Brocken. Und nicht zuletzt logistisch eine Herausforderung.

„Wir haben viele sehr erfahrene Schüler dabei, die in diesem Jahr Abi machen – für die wollten wir halt schon etwas Besonderes“, erläutert AG-Leiterin Kristina Voß. Zur Debatte standen auch noch „Hamlet“ und „Clockwork Orange“, aber die Mehrheit entschied sich für „Cabaret“.

Der Preis ist ein ziemlich anderer Probenbetrieb, als es die alten Hasen gewohnt sind: Gesonderte Tanzproben mit Katja Bottin von der Tanzschule Dance1, eigene Gesangproben für die Hauptdarsteller, ein extra zusammengestelltes kleines, aber feines Cabaret-Orchester, für das Musiklehrerin Martina Wrachtrup-Klaß sogar externe Musiker rekrutieren musste.

Argusaugen wachen über Armbinden

„Das Schwierigste ist im Moment, das Ganze wieder zusammenzuführen, überhaupt in einen Spielfluss zu kommen“, seufzt Voß, während ihr Kollege Rainer Hoock alle Hände damit zu tun hat, Debatten um den Probenplan zu regeln und mit Argusaugen darüber zu wachen, dass die selbst genähten Hakenkreuz-Armbinden wieder auf seinem Tisch landen. Hier wird schließlich nicht leichtfertig mit verfassungsfeindlichen Symbolen hantiert. Anderthalb Wochen bleiben ihnen noch, dann sollten nicht nur die nagelneuen Kopfmikrofone sitzen.

Premiere ist am Samstag, 9. März, um 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen gibt es am: Sonntag, 10. März, 16 Uhr, Dienstag, 12. März, 19.30 Uhr, Samstag, 16. März, 19.30 Uhr und Sonntag, 17. März, 16 Uhr im Gymnasium Petershagen. Karten-Vorbestellungen werden unter (0 57 07) 4 40 entgegengenommen. Der Eintritt kostet acht Euro für Erwachsene und fünf Euro für Schüler.

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