Denkmalschutz für früheres Lehrerseminar

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vom 10.03.2014

 

Beschluss des Fachausschusses zur Erhaltung des Trakts des Gymnasiums einstimmig / Hoher Sanierungsbedarf

Die Fachausschussmitglieder für Kultur und Heimatpfleger beschlossen einstimmig, den A-Trakt des Petershäger Gymnasiums unter Denkmalschutz zu stellen. Die Backsteinfassade erhielt vor etwa 55 Jahren einen weißen Farbanstrich. Foto: Ulrich Westermann

Von Ulrich Westermann

Petershagen (Wes). Der Ausschuss für Kultur und Heimatpflege hat einstimmig beschlossen, das ehemalige Lehrerseminar, den heutigen A-Trakt des Petershäger Gymnasiums, unter Denkmalschutz zu stellen.

Betroffen ist das Gebäude mit seinen Fassaden einschließlich Dachkörper und dem konstruktiven Gerüst des Gebäudeinneren.

Zunächst trafen sich die Fachausschussmitglieder zu einer Bestandsaufnahme auf dem Schulhof. Bauverwaltungsleiterin Doris Lihra wies darauf hin, dass sich im Rahmen der umfassenden Sanierung die Frage der Denkmaleigenschaft des ortsbildprägenden Altbaus gestellt habe. Daraufhin sei am 3. Dezember 2013 eine Ortsbesichtigung mit Anne Herden-Hubertus vom Landschafts- und Kulturbau in Westfalen, dem Beauftragten der Denkmalspflege in der Stadt Petershagen, Heinrich Rötger, und Vertretern der Stadtverwaltung durchgeführt worden.

„An diesem Tag wurde die Denkmalwürdigkeit des Gebäudes ausführlich erörtert. Anne Herden-Hubertus hat daraufhin eine denkmalrechtliche Beurteilung verfasst. Das Gebäude wurde bereits in die Liste des zu schützenden Kulturgutes aus dem Jahr 1977 aufgenommen“, wusste Doris Lihra.

Der zweite Teil der Fachausschuss-Sitzung fand dann in einem Klassenraum im Obergeschoss des betreffenden Gebäudes statt.

Einen Vortrag zum Thema „Lehrerbildung auf dem platten Lande“ hielt Stadtheimatpfleger Heinrich Rötger. Dabei erwähnte er auch den Superintendenten Georg Heinrich Westermann, der 1783 nach Petershagen kam und die Aufsicht über das Kleine Seminar zur Lehrerausbildung übernahm. „Dieses Seminar wurde aber 1819 nach 27 Jahren geschlossen, denn bereits 1806 war ein Lehrerseminar für Westfalen in Soest gegründet worden.“

Frieda Höltke: Wir sind in der Pflicht

Daraufhin wurde in Petershagen eine Präparandenanstalt, eine Vorbereitungsschule für die Aufnahme in das Lehrerseminar in Soest gegründet, und per Erlass vom 10. Dezember 1830 als ein vollgültiges Lehrerseminar befürwortet. Im Jahr 1884 habe man dann den heute noch das Bild der Stadt beherrschenden mächtigen Bau des Lehrerseminars bezogen. „Das ist der A-Trakt des Gymnasiums. Wir legen nun großen Wert darauf, diesen Altbau einer modernen Schule zu erhalten“, sagte Rötger.

Auch Frieda Höltke setzte sich dafür ein, den A-Trakt in der ursprünglichen Form zu bewahren. „Wir würden unglaubwürdig, wenn wir Gebäude von Privatpersonen unter Denkmalschutz stellen, dieses aber nicht. Wir sind in der Pflicht“, bekräftigte die CDU-Politikerin.

Dieses Gebäude sei eines der Wahrzeichen der Altstadt Petershagen, betonte Martin Sölter.

Das frühere Lehrerseminar wurde seit 1925 als Aufbauschule und Aufbaugymnasium, seit dem 1. April 1928 als „Deutsche Oberschule“ in Aufbauform genutzt. Die erste Reifeprüfung in der „Vormbaum-Schule“ konnte Ostern 1928 abgelegt werden.

Hoher Schaden durch Wassereinbruch

Nach einem Großbrand 1929 erfolgten bauliche Veränderungen. Vom 5. April 1945 bis zum 20. August 1946 waren britische Soldaten einquartiert. Die Neuaufnahme des Unterrichts stand am 21. August 1946 an.

In den Sommerferien 2013 hinterließ ein größerer Wasserschaden seine Spuren. Durch ein geplatztes Eckventil am Waschtisch eines Klassenzimmers im zweiten Obergeschoss gelangte das Wasser durch Decken und Fußböden bis in das Kellergeschoss.

Die Planungen sehen nun vor, den Altbau des Gymnasiums im Jahr 2014 für zwei Millionen Euro zu sanieren. Vorgesehen ist, die Arbeiten mit Beginn der Osterferien (14. April) in Angriff zu nehmen und sie nach Möglichkeit bis zum Ende der Sommerferien (19. August) abzuschließen.

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