Surfen auf dem Atlantik in Südfrankreich

Surffahrt von Samstag 12.05 bis Samstag 19.05 2018 der Q1

– von Robin Wiebke und Jannis Riechmann –

Fotos/Videos: Robin Wiebke und Frk

Mit der Schule Surfen zu fahren ist wahrscheinlich eine der ungewöhnlichsten Fahrten, die ein Schüler in seiner Schullaufbahn mitmachen kann. So waren wir, der Ruderkurs von Herrn Frank, auch sehr überrascht, als er uns diese Fahrt in unserer ersten Sportstunde in diesem Schuljahr vorstellte. Alle waren begeistert von der Idee, in Südfrankreich am Strand des Atlantiks zu liegen, Surfen zu lernen und eine entspannte Woche im Warmen zu verbringen, während der Rest unserer Jahrgangsstufe in der Schule sitzen musste. Somit stimmten wir dem Vorschlag zu und es wurde im Sportunterricht mit den akribischen Vorbereitungen der Surffahrt angefangen. So wurde z. B. die Aufstehbewegung geübt und gezielte Muskelregionen trainiert.
Um den Bus voll zu bekommen durften auch Schüler unserer Jahrgangsstufe aus anderen Sportkursen an der Fahrt teilnehmen.

Am Samstag den 12. Mai ging es dann am Mittag endlich los. Vom ZOB in Petershagen fuhr uns der Bus dann rund 1500 Kilometer nach Cap de l´Homy, einem kleinen Dorf rund 140 Kilometer südlich von Bordeaux. Die 19-stündige Busfahrt verlief erschreckend ruhig ab und spätestens nach einem unglaublich langweiligen Herr der Ringe-Teil konnten dann auch alle ein wenig schlafen.
Am Morgen gegen 9 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz. Dieser lag direkt hinter der Düne und damit nicht weit vom Meer entfernt in einem Pinienwald. Was für eine Idylle.

2018 | Surfen | Q1
« 1 von 2 »

Das Surfcamp, welches in der nächsten Woche unser Zuhause seien sollte, lag ganz am Rand, sodass wir ganz unter uns waren. Zuerst bekamen wir dort unsere Zelte zugewiesen. Diese teilten wir uns jeweils zu zweit. Es gab dort eine Matratze und genügend viel Platz, um alle Sachen zu verstauen. Weiter ging es mit dem Frühstück. Jeder bekam ein Baguette, von welchem wir die erste Hälfte zum Frühstück und die zweite Hälfte als Mittagessen schmieren sollte. Für die vielen Jungs dieser Fahrt (33 Schüler und 7 Schülerinnen) reichte ein Baguette jedoch meist nicht aus. Danach ging es mit der Anprobe der Neopren-Anzüge weiter. Diese sind gar nicht so leicht anzuziehen, dafür schützen sie einen aber vor dem kalten Atlantikwasser und den UV-Strahlen der Sonne. Plötzlich fängt es an zu regen. Sind wir nicht in den Süden gefahren, um die Sonne zu genießen? Falsch gedacht! Aber Herr Frank erklärte uns, dass Surfer einfach bei jedem Wetter die Sonnenbrille aufsetzen und so war auch das Sommerfeeling ganz schnell wieder da.

Für den Surffkurs in den nächsten Tagen teilten wir uns in zwei Gruppen. Die erste war der Sportkurs von und mit Herrn Frank und der zweite waren die „Glückskinder“ und alle anderen Begleiter (Eck, Neu, RKs).

Um uns erst einmal mit dem Brett vertraut zu machen, fuhren wir an einen nahgelegenen See. Dort angekommen wurde fleißig geübt, auf das Brett aufzusteigen, wieder herunterzufallen, darauf zu sitzen und zu paddeln. Alle hatten trotz des Regens mächtig Spaß und wir merkten alle, das die nächsten Tage sehr anstrengend werden würden. Zurück im Camp gingen wir direkt in den Entspannungsmodus über. Abends gab es noch Essen, welches jeden Tag eher einer Raubtierfütterung glich, und um 22 Uhr war dann auch schon Nachtruhe. So ziemlich alle waren nach diesem langen Tag auch ziemlich müde und bei Wellenrauschen im Hintergrund lässt es sich gut schlafen…

Der nächste Morgen beginnt um halb zehn mit Frühstück. Was für ein Luxus, wenn man bedenkt, dass der Rest von uns schon über eine Stunde in der Schule sitzt! Heute soll es das erste Mal mit den Brettern an den Strand und in den Atlantik gehen. Wenn man die riesigen Bretter über die Dünen geschleppt hat, ist man fürs erste eigentlich schon erschöpft genug, zumal es heute auch noch sehr windig ist. Zuerst sollten wir das Gleiten mit dem Brett üben. Hört sich zwar einfach an, ist es aber nicht so ganz. Zuerst muss man die Welle im richtigen Winkel treffen, dann richtig mittig und gerade auf dem Brett liegen, Körperspannung behalten und ehe man sich versieht, liegt man drin und probiert ein bisschen Salzwasser. Wenn man allerdings alles richtig gemacht hat, ist es ein tolles Gefühl, sich von der Welle tragen zu lassen. Zwischendurch hatten wir immer kleine Besprechungen am Strand, bei denen wir uns wie Pinguine zusammengesetzt haben, um vom Wind nicht komplett ausgekühlt zu werden. Am Ende der Einheit wurden schon die ersten Aufstehversuche gestartet. Vollkommen platt aber glücklich ging es zurück ins Camp. Dort wurden als erstes die Surfbretter und Neoprenanzüge sauber gemacht und zum Trocknen aufgehängt. Am Abend gab es Aufstehbewegung im Wald als Vorbereitung für den nächsten Tag. Was für ein spannender Tag!

Am nächsten Morgen sah man einigen die Anstrengung doch an. Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir uns erst, wie jeden Morgen, die Wetterkarte angeschaut und dann ging es wieder ins Wasser. Weiterhin sollten wir das Gleiten und auch die Aufstehbewegung üben. Bei einigen klappt dies schon richtig gut und wenn man es selbst das erste Mal schafft, auf dem Brett zu stehen, ist es einfach unbeschreiblich! Nach der üblichen Prozedur des Reinigens gab es heute Abend noch ein wenig Theorie. Das Abendessen war wieder Klasse. Danach gingen noch einige von uns an den Strand, ließen Lenkdrachen steigen oder genossen die tolle Landschaft.

Von Tag zu Tag wird es ein wenig wärmer und der Wind lässt weiter nach. Heute standen uns zwei Videoanalysen bevor. Erst wurde unsere Aufstehbewegung im Wald gefilmt, dann ging es an den Strand und wir übten dort fleißig weiter. Dieses Mal aber vor laufender Kamera. Abend werteten wir beide Videos aus. Manche legten legendäre Abgänge hin, welche in Slow Motion einfach herrlich aussahen. Ein voller Tag geht mit netten Beisammensein zu Ende.

Am Donnerstag gab es dann zwei Einheiten. Vormittags mit sollte das Aufstehen weiter perfektioniert werden, nachmittags sollte es dann das erste Mal weiter hinaus ins Line Up gehen, um dort die ersten Erfahrungen mit den richtigen (grünen, d.h. ungebrochenen) Wellen zu machen. Nach einer ausführlichen Mittagspause am Strand und einem Vortrag über das Verhalten dort draußen ging es in kleine Gruppen los.  Es ist super anstrengend dort raus zu paddeln und von jeder Welle, trotz Durchtauch-Technik, gefühlt, wieder ganz zurück gespült zu werden. Wenn man auf eine solche Welle zupaddelt, sieht man erst wie groß diese ist. Da bekommt man schon ordentlich Respekt! Mehr oder weniger erfolgreich kehrten alle nach und nach an den Strand zurück. So platt wie heute waren wir alle diese Woche noch nicht! Nach einer kurzen Theorie-Einheit gab es noch ein kleines Feuer am Strand. Trotzdem war keiner so richtig spät im Bett.

Am nächsten Morgen mussten nämlich alle schon recht früh aufstehen, da aufgrund der Gezeiten und unserer Abreise heute früher gesurft wurde. Es ging dieses Mal mit beide Gruppen zusammen ins Wasser und wieder raus ins Line up. Es war zwar ganz schön kalt, aber wenn man so sieht, was man in dieser einen Woche alles erreichen kann, ist es einfach Klasse.  Nachmittags kam dann noch einmal nett die Sonne raus. Nach einem verfrühten Abendessen hieß es Abschied nehmen und in den Bus steigen. Was für eine unvergessliche Woche!

Vielen Dank an alle Lehrer, welche sich die Woche Zeit genommen haben. Wir hoffen das Sie auch ihren Spaß hatten! Ein ganz besonderen Dank geht an Herrn Frank für die Organisation und die tolle Möglichkeit, die wir wahrnehmen durften. Und wer weiß, vielleicht wird ja einer von uns Surfprofi 😉